Damit neue Benutzer nach ihren ersten Besuch auch wieder zurück zur Webseite finden, brauchen sie in der Regel einige „Unterstützung“. Kaum einer merkt sich sofort nach dem ersten Besuch die Domain.
Falls kein Bookmark gesetzt wurde, versuchen die User in der Regel die Webseite auf demselben Weg zu finden, auf dem sie auch beim ersten Mal zu ihr gelangt sind. Hier gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder über Suchmaschinen oder über Links auf anderen Seiten. Das Problem bei beiden Verfahren ist, dass der User sich den Weg, auf dem er zur Webseite gekommen ist, gemerkt haben muss. Daran scheitern dann auch viele User. Um das Problem zu umgehen, muss man den User schon während des Aufenthaltes auf der Seite davon überzeugen, dass sich ein Bookmark lohnt. Das klingt vermutlich leichter wie es ist. Aber man muss sich hierbei vor Augen führen, wie oft man selber ein Bookmark setzt. Ich persönlich bookmarke vielleicht nur jede dreißigste Seite. Es will sich ja keiner mit überflüssigen Bookmarks überfluten.
Wie kann man nun den Benutzer vom setzten eines Bookmarks überzeugen?
Grundvoraussetzung ist ein interessierter Besucher. Meiner Meinung nach gilt, je mehr das Profil des Benutzers mit dem der Zielgruppe übereinstimmt, desto interessanter findet er das Webprojekt. Hier zeigt sich wieder die Bedeutung der Zielgruppenorientierung, wie ich sie bereits im Artikel „Zielgruppenorientierung als Erfolgsfaktor“ beschrieben habe: Viele nur teilweise interessierte User werden kaum ein Bookmark setzen. Nur stark interessierte Benutzer werden ein Bookmark setzen. Und solche erreicht man nur durch Zielgruppenorientierung.
Gehen wir nun davon aus, dass ein neuer Besucher zur Webseite gelangt. Im besten Fall landet er auf einer Seite, die ihm die Informationen gibt, die er braucht. Zumindest sollte sie ihn teilweise befriedigen. Aber aus diesem Grund alleine setzt er noch kein Bookmark. Er hat ja alle benötigten Informationen gefunden und meint deshalb, die Webseite nicht mehr zu brauchen. Deshalb verlässt er sie wieder. Damit ist ein potentieller Kunde verloren gegangen.
Um das zu vermeiden, muss dem Benutzer spätestens kurz vor Ende seines Aufenthaltes weiterführende Informationen angeboten werden. Das wird durch einige wenige Links im oder am Ende des Inhalts erreicht.
Beliebt sind hier sog. „Verwandte Artikel“. Für Blog-Systeme wie Wordpress gibt es dafür spezielle Erweiterungen, wie dieses hier.
Eine weitere beliebte Funktion ist eine Auflistung der meistgelesenen Artikel. Wenn diese Artikel für sehr viele interessant waren, dann interessiert sich wahrscheinlich auch ein neuer User dafür.
Außerdem sind globale Links (also solche, die auf allen Seiten zu sehen sind) hilfreich, wenn sie sehr viele Menschen interessieren dürfte, egal auf welchen Inhalt sie gestoßen sind. Ein gutes Beispiel hierfür ist zum Beispiel hier zu finden. Der Link ober mit dem Text “Auswertung der Blogeinnahmen ist online” dürfte sehr viele neue Benutzer interessieren. Er ist auf allen Seiten plaziert.
Ziel ist eine Überflutung des Benutzers mit interessanten Informationen. Er soll den Eindruck haben, auf jeder Seite des Webauftrittes wieder Links zu neue interessante Informationen zu erhalten. Nach einer Weile denkt sich der User, dass er innerhalb seiner begrenzten Zeit nicht alle Informationen aufnehmen kann. Deshalb setzt er ein Bookmark, um sich später nochmal damit zu beschäftigen. Und schon wurde das Ziel erreicht.
Hierbei sollte aber beachtet werden, dass dem Benutzer nicht zu viele „Lock-Links“ auf einmal angeboten werden. Sonst könnte er den Link-Block einfach wie Werbung ignorieren. Wenige kurze und prägnante Links werden wesentlich bewusster und intensiver aufgenommen. Um das durchklicken durch viele Seiten des Webauftrittes zu erreichen, sollten auf jeder Seite maximal 2 bis 3 interessante Links gesetzt werden. Mehr Linktext liest sich der Benutzer eh nicht durch.
Eine andere Technik wäre die Informationsüberflutung innerhalb einer Seite. Hierbei denke ich vor allem an Tutorials, Datentabellen und Listen mit Tipps. Die vielen aufgelisteten Fakten können nicht alle mit einmal aufgenommen werden. Eine numerische Liste der Schritte betont das Vorhandensein von vielen Fakten und trägt zur Informationsüberflutung bei. Tutorials haben zudem den Vorteil, dass der Benutzer denkt, sie später gebrauchen zu können. Selbst wenn es nicht die gesuchte Information ist, könnte dadurch der Benutzer zum Bookmarken angeregt werden. Sie stellen deshalb ein geeignetes Mittel dar. Es ist aber wichtig zu sagen, dass diese Methode den Benutzer im Gegensatz zur ersten Methode nicht mit der eigentlichen Seite vertraut macht. Deshalb ist es wichtig, den User im Tutorial den gesamten Inhalt / das gesamte Angebot der Seite zu erklären.
Weiterhin kann man den Benutzer durch sehr brisante / neuartige Informationen und geniale Funktionen zum Bookmarken anregen. Darunter verstehe ich sowas wie kleine AJAX Spielereien oder sehr markantes Layout. Auch sowas wie kleine selbst erstellte Tools (z. B. Werbeeinnahmenrechner) kann Erfolg bringen. Jedoch stellt sich das oftmals als sehr schwierig und vergleichsweise wenig effektiv heraus.
Den richtigen Mix zu finden, mag vielleicht recht schwierig sein, aber dafür ist ein Bookmark wie eine 100 % Garantie für einen nochmaligen Besuch. Durch ein Bookmark ist der erste Schritt zur Bindung von Benutzern getan.