SEO für Onlineshops (xt:Commerce / osCommerce)
Suchmaschinen und Onlineshops wie xt:Commerce und osCommerce sind meiner Meinung nach nicht die besten Partner. Der Shop bietet in der Regel wenig vernünftigen Content und wird deshalb über Suchmaschinen nur sehr schlecht gefunden. Das muss aber nicht sein! Wie ihr euren Shop besser gestalten könnt, werde ich nun erklären.
Mit folgenden Problemen im Bereich SEO hat ein Onlineshop zu kämpfen:
- Ähnlicher / identischer Content in anderen Shops
- Wenig Content
- Parameterbehaftete URLs
- Verhältnismäßig wenig Backlinks
- Session IDs
- Überflutete Templates
Durch diese Probleme wird der Shop schlecht gefunden und es fließt dafür umso mehr Geld in teure Werbung.
Wie lässt sich nun die Gesamtsituation aufbessern?
Duplicate Content vermeiden
Das ist meiner Meinung nach das Hauptproblem vieler Shops. Um sich Arbeit zu sparen, werden die Produktbeschreibungen von einer anderen Seite kopiert… Niemals! Wie sicherlich bereits bekannt ist, indexieren Suchmaschinen Seiten mit gleichen Inhalten nicht! Deshalb solltest ihr es in euren Shop besser machen und die Produktbeschreibungen selber schreiben oder zumindest umformulieren. Das ist der erste essenzielle Schritt, um überhaupt in Suchmaschinen angezeigt zu werden.
Mehr Content
Mehr Text kann zum Beispiel durch das Einrichten eines Blogsystems realisiert werden. Das Blog kann zum Beispiel News über Produkte und Hersteller, aber auch über den eigenen Shop enthalten. Das Blog sollte aber nicht als Subdomain angelegt werden, sondern in einem Unterverzeichnis. Also nicht http://blog.example.de sondern http://www.example.de/blog/. Das hat den Vorteil, dass die Stärke des Blogs für die gesamte Webseite gilt, und nicht nur für die Subdomain. Artikelseiten des Shops werden in Suchmaschinen somit auch besser positioniert. Im eigenen Interesse sollten im Blog die Produkte vom Shop beworben werden, aber nur im begrenzten Maße! Die Benutzer lesen das Blog ja nicht wegen der Angebote sondern wegen den Produktnews.
Ein weiterer Vorteil des Blogs ist auch das abonnieren via RSS. Die Benutzer befinden sich dadurch in regelmäßigen Kontakt mit dem Shop. Auf der Seite lopsta.com ist eine sinnvolle Integration des Feeds in einen Shop erklärt.
So, nun sollte auch der letzte von einem Blog überzeugt sein
Eine andere Möglichkeit, für mehr Text zu sorgen, wäre das Aufformulieren von Technischen Daten. Damit meine ich die Produktbeschreibungen, die sonst fast immer nur in Tabellenform zu finden sind. Eine ausformulierte Produktbeschreibung sollte aber gleich auf der Produktseite zu finden sein. Benutzer, die von Suchmaschinen kommen, würden sonst auf der Landingpage nur die Produktbeschreibung sehen. Produktbeschreibungen können außerdem noch den ein oder anderen interessierten User vom Kauf überzeugen
Kommentare, die direkt unter der Artikelbeschreibung angezeigt werden, sorgen für extra unique Content und enthalten in der Regel auch noch gute Keywords. Am besten zeigt man die letzten 5 an (nicht alle), damit sich die Seite häufiger ändert und der Inhalt von Suchmaschinen nicht als “veraltet” abgestempelt wird.
Parameterbehaftete URLs beseitigen
Die Lösung dieses Problems habe ich bereits im Artikel über Suchmaschinenfreundliche URLs für xt:Commerce beschrieben. Für osCommerce gibt es ein vorinstalliertes Modul namens “Search-Engine Safe URLs”. Dieses formt die URLs zwar nicht ganz so schön um, jedoch werden alle Parameter entfernt. Für andere Shopsysteme lassen sich in der Regel auch entsprechend Module finden. In den meisten Fällen ist aber ein Apache Server mit aktivierten mod_rewrite notwendig. Ob der eigene Server diese Vorraussetzungen erfüllt lässt sich wie folgt überprüfen: eine php-Datei mit den Code
<?php phpinfo(); ?>
erstellen und auf den Server laden. Nach aufrufen dieser Datei im Webbrowser werden Informationen über den Server angezeigt. Mit der Tastenkombination Strg+F öffnet sich ein Suchfenster. Mit Hilfe dessen musst du nach “mod_rewrite” suchen. Befindet sich das Modul in der Liste der aktivierten Module, so ist mod_rewrite verfügbar.
Anmerkung: Die Entfernung von Parametern beinhaltet nicht das Entfernen der Session IDs! Hierfür siehe weiter unten.
Mehr Backlinks
Ich denke, dass Backlinks das größte Problem darstellen. Hier kann man nicht einfach ein Modul installieren und schon hat man sie. Um mehr Backlinks zu bekommen, müsst ihr euch erstmal klar werden, warum Shops verhältnismäßig wenig Backlinks bekommen. Das liegt daran, das kein spektakulärer Content vorhanden ist. Backlinks bekommt ein reiner Shop meiner Meinung nach nur dann, wenn er besonderen Service bietet, so dass die Käufer außergewöhnlich begeistert sind. Dann empfehlen sie ihn z. B. in Foren weiter. Besonders billige Shops erhalten weniger Backlinks, weil die meisten für die Suche nach billigen Shops eh Preissuchmaschinen wie geizhals.at nutzen. Das einzelne Angebot lässt sich ja alleine schwer einschätzen. Ausnahmen sind maximal extrem billige Artikel, die zum Käuferfang genutzt werden (ala AldiPC).
Aber das reicht meiner Meinung nach noch lange nicht aus, um gute Positionen in Suchmaschinen zu erhalten. Hier kann wieder ein Blog helfen. Blogs bieten erreichen von Natur aus gute Backlinks durch eine stark vernetzte Blog-Gemeinde. Trackbacks und Pingbacks wirken unterstützend.
Wenn dann noch ein paar kostenlose Tools oder sonstige interessante Spielereien passend zum Thema kostenlos verfügbar sind, dann sollten schon ausreichend Backlinks entstehen.
Session-IDs entfernen
Session-IDs dienen der eindeutigen Identifizierung des Benutzers. Die IP-Adresse alleine reicht nicht für eine eindeutige Identifikation aus, weil z. B. Proxy-Benutzer die gleiche IP haben, aber auf unterschiedlichen Rechnern arbeiten. Session-IDs werden der URL angehängt und sehen zum Beispiel so aus:
http://www.example.de/index.php?sid=8a4bir23a32jlu
Das Problem ist aber, dass dadurch der Inhalt einer Seite über mehrere Adressen erreichbar ist (über unterschiedlich Session-IDs). Das wird von Suchmaschinen als Duplicate Content (doppelter Inhalt) angesehen und deshalb nicht indexiert.
Für die Entfernung von Session ID’s gibt es zwei Möglichkeiten: Session-IDs nur für Suchmaschinen entfernen oder für alle (sofern sie Cookies erlauben). Generell entfernen lassen sich Session-IDs nicht, weil sonst der Benutzer / Käufer nicht mehr eindeutig identifiziert werden kann.
XT:Commerce: Hier lassen sich für Suchmaschinen die Session-IDs abschalten. Dazu im Menu Konfiguration->Metatags -> “Spider Session vermeiden” aktivieren. Session-IDs nur für Suchmaschinen zu entfernen hilft nicht immer, weil neue Suchmaschinen nicht erkannt werden und aktuelle Suchmaschinen sich manchmal als normaler Browser ausgeben. Das wird gemacht, um zu prüfen, ob der Suchmaschine ein anderer Inhalt angeboten wird wie den normalen Benutern. Wenn also mal Session-IDs in die Suchmaschinen gelangt sind, dann lassen sie sich mit dem diesen Tipp wieder entfernen. Außerdem kann durch folgenden Eintrag in die robots.txt die Indexierung von URLs mit Session-IDs in Google vermieden werden:
Disallow: /*?XTCsid
Wenn aber schon alles mögliche an URLs verboten wird, dann sollte eine Sitemap erzeugt werden, um den Suchmaschinen wenigstens die richtige URL anzubieten. Eine Sitemap lässt sich mit dem Tool phpSitemapNG erzeugen. Eine Anleitung gibt es auf der Homepage des Herstellers.
osCommerce: Hier könnt ihr verschiedene Erweiterungen vom Hersteller selbst nutzen. Das sind so genannte Contributions. Alle sind über diesen Link zu finden. Hier eine Beispielliste:
- Disabling Session ID’s for Spiders (sollte selbsterklärend sein)
- Session Start Mod (gibt nur bei Login oder Kauf Session-IDs aus)
- Spider Session Remover (funktioniert wie der oben erwähnte Tipp für xt:Commerce)
- Search Engine Optimization (SEO)- Advanced URLs for osCommerce (bietet neben Session-ID entfernung noch weitere Optimierungen für URLs an)
- Cookies Only Sessions (hier werden anstatt von Session-IDs nur Cookies verwendet, wenn keine Cookies akzeptiert werden, dann Warnung)
Der Eintrag in der robots.txt lautet folgender Maßen:
Disallow: /*?osCsid
Für andere Shopsysteme lassen sich wie immer sicherlich ähnliche Module finden.
Templates sauber gestalten
Dieser Punkt ist für Suchmaschinen auch wichtig. Entsprechend den Angaben von Google wird auch das Aufbau des Templates beachtet. Wichtigster Punkt ist ein valides XHTML. Tabellen-Layouts sollten vermieden werden. Dadurch erreicht ihr einen wesentlich kürzeren HTML Quellcode. Außerdem sollte der Inhalt (im Quellcode) vor der Sidebar stehen. Durch beide Punkte wird der Inhalt stärker gewichtet.
Sonstiges
Abschließend noch ein paar weitere Tipps, die die Auffindbarkeit in Suchmaschinen verbessern:
- Sitemap erstellen
- Aussagekräftiger Title-Tag, jeweils an die Produktseite angepasst
- Links und Keywords nicht als Bild, sondern als Text ausgeben
- Mit robots.txt unwichtige Seiten ausschließen und damit entscheidende Seiten mehr wichten. Infos dazu gibt es hier.
Ich weis, dass Suchmaschinenoptimierung (SEO) für Onlineshops mit xt:Commerce oder osCommerce schwieriger ist, als mit anderen CMS. Trotzdem hoffe ich, dass meine Tipps euch weiterhelfen.
Ergänzungen könnt ihr gerne in den Komments schreiben!
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Am 17. September 2007 um 11:37 Uhr
Ein wirklich interessanter Artikel, der mir in einigen Punkten weiter geholfen hat.
Aber bei dem letzten Punkt wirds problematisch, da es bei osCommerce sehr schwierig ist die Tabellen-Layouts zu vermeiden, da es kein einzelnes Template zum verändern gibt. Man muss den kompletten Quellcode durchsuchen und abändern. Ich hab gerade versucht die einzelnen Boxen ohne Tabellen darzustellen, und es ist sehr schwierig den Quellcode zu durchwühlen.
Am 17. September 2007 um 12:08 Uhr
Das CMS muss natürlich auch dafür ausgelegt sein, ein XHTML-Template umzusetzen. Leider sind besonders die “älteren” Shopsysteme noch nicht dafür entwickelt worden und werden in Zukunft dazu sicher auch nicht in der Lage sein.
Die Shopsoftware sollte nur deswegen nicht extra gewechselt werden, aber bei der Erstellung neuer Shops sollte dieser Punkt mit beachtet werden.
Magento unterstützt zum Beispiel XHTML Standard, ist aber leider noch in der Beta Phase.
Am 20. April 2008 um 21:34 Uhr
Schöner Artikel. Man ist ja immer auf der Suche nach Dinge die man besser machen kann. Die meisten angesprochenen Punkte sind in meinem Shop bereits vorhanden. Meiner Meinung nach lohnt es sich eindeutig etwas mehr Geld für ein gutes Shopsystem/Programmierer auszugeben, als auf eine fertiges Mietshopsystem von der Stange zu setzen. Man ist einfach flexibler und Änderungswünsche/Verbesserungsvorschlägt hat man ständig
Am 17. Juli 2008 um 10:34 Uhr
Sehr hilfreicher Artikel, vielen Dank. Mal wieder einige neue Anregungen um den ganzen Laden umzuwerfen
Am 5. August 2008 um 17:36 Uhr
Ich bin auch gerade auf der Suche nach einem Shopsystem und bin auf commerce:SEO gestossen. Das soll ja eine Erweiterung von xt:commerce sein.
Allerdings bin ich mir jetzt ziemlich unsicher, welches Shopsystem von den beiden ich nehmen soll, da ich auch gerne die Module oder Template selbst anpassen wollte, bzw. mir dir option offen lassen wollte.
Hat jemand Erfahrungen mit den beiden System und kann mir einen Rat geben?